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Die Natur unserer Realität

Die Natur unserer Realität

Viele von uns widmen sich den Lehren verschiedener Meister, die über viele Dinge sprechen. Ab einem bestimmten Punkt sprechen sie jedoch alle nur noch von der Natur der Dinge, von unserer Wirklichkeit. Grundlegend sagen sie, dass das, was wir für die Wirklichkeit halten, nicht die Realität ist. Nach Jahren der Hingabe bzw. nach endlosem Suchen haben manche ein Aha-Erlebnis, einen Moment, in dem sie Erkenntnis erlangen. Das einzige Problem ist, dass wir in dem Versuch, unsere Wirklichkeit zu beschreiben, beinahe unfähig sind, die Meister, die uns von ihrer Erfahrung der Realität berichten, zu verstehen – selbst dann, wenn sie begabte Poeten sind.

Folgendes Problem tritt auf: obwohl es uns leicht fällt, die Kluft zwischen uns und den Erleuchteten wahrzunehmen, erkennen wir doch nicht, dass sich diese Kluft zwischen uns und allen uns nahestehenden Personen befindet. Sue und ich sind jetzt 40 Jahre miteinander verheiratet, und dennoch fällt mir immer wieder auf, dass ich sie nicht wahrhaftig kenne. Ich erkenne sie nicht, weil mir in ihr größtenteils immer noch meine eigenen Glaubenssätze, Selbstkonzepte, Werte und Urteile begegnen. All das ergibt einen komplexen, einengenden Filter, durch den wir das wahrnehmen, was wir als Wirklichkeit bezeichnen. Es kommt jedoch noch schlimmer. Da dieser Mechanismus dazu führt, dass wir sehen, was wir zu sehen meinen, lernen wir permanent, dass die Natur der nicht hinterfragten Wahrheit dazu führt, dass das, was wir glauben, zu unserer Wahrnehmung wird. Diese Wahrnehmung verstärkt wiederum unsere Glaubenssätze, und wir sind davon überzeugt, dass sie stimmen. Es liegt in der Natur dieser Glaubenssätze, dass uns die meisten von ihnen nicht bewusst sind. Unsere Glaubenssätze, die bereits vor Äonen von Jahren entstanden sind, sind tief in unserem Unbewussten verborgen. Gelegentlich kommen sie in unseren Beziehungen an die Oberfläche, richten ein heilloses Chaos an, verstärken den ursprünglichen Glaubenssatz und verschwinden dann scheinbar wieder.

Selbst dann, wenn unsere Überzeugungen nicht in unserem besten Interesse sind und auf keinen Fall unserem Glücklichsein dienen, verteidigen wir sie bis auf‘s Messer. Scheinbar ist es attraktiver zu gewinnen, Recht zu haben und separat zu bleiben als die eigenen Überzeugungen und die eigene Wirklichkeit still und aufrichtig in Frage zu stellen. Wenn wir sie in Frage stellen würden, würden wir bemerken, dass sie uns oft nicht dabei helfen, das zu erreichen, was wir uns wünschen. Egal, ob uns unsere Überzeugungen dienen oder nicht, sie erzeugen eine stabile und greifbare Komfortzone, und sie geben uns Form.

Was würde passieren, wenn wir bereit wären, unsere Überzeugungen aufzugeben? Zunächst würden wir erleben, wie sich unsere Wahrnehmung von einer Welt voller Formen dahingehend verändert, dass sich für uns eine Welt voller Erlebnisse auftut. Wir würden das aufgeben, womit wir uns eingeengt haben, und wir würden im Denken frei werden. Wir wären verfügbar. Wir würden jeden Moment so annehmen, wie er ist und nicht versuchen, irgendetwas zu verändern. Innerhalb dieser Energie wären wir grenzenlos. Der Glaube an den Mangel würde verschwinden, und die Erfahrung des Friedens inklusive der Freude, der Liebe und der wahren Freiheit, die aus dem Frieden hervorgeht, wäre sehr real.

Um unser Gewahrsein und demzufolge unsere Wahrnehmung zu erweitern, gilt es zu erkennen, dass wir grundsätzlich nicht immer Recht haben, und wir können zwei Dinge üben. Zum einen können wir die Kraft unserer Entscheidung dafür einsetzen, dass wir unsere momentane Wahrnehmung in Frage stellen, und zum anderen können wir lernen, unaufhörlich zu vergeben. Sowohl die Freiheit der Entscheidung als auch die Vergebung werden uns aus dem Gefängnis unseres Verstandes befreien und uns eine aufregende Welt voller Möglichkeiten eröffnen.

Wie würde ich meine Frau wahrnehmen, wenn ich mich von den Filtern und Urteilen befreit hätte und sie aus einer höheren Perspektive betrachten würde? Ich würde über ihre Persönlichkeiten hinaus- und jenseits ihres Körpers tief in sie hineinblicken und ein Gefühl tiefen Verstehens in mir erreichen. Ich würde jede Ebene verstehen und die Reise ihrer Seele verfolgen können, und ich wäre immens beeindruckt davon, wie viele Herausforderungen sie in ihrem Leben bestanden hat, um heute mit mir hier angekommen zu sein. Ich würde allen davon erzählen wollen, ich würde alle teilhaben lassen wollen – ich wäre total verliebt. Diese Nähe würde mir die Tür öffnen, dass mir diese Art von Verbundenheit mit anderen Menschen, mit der Natur und mit dem Kosmos möglich wird. Solange ich meine Frau nicht so wahrnehmen kann, weiß ich, dass ich noch einiges zu bereinigen habe. Die höhere Perspektive erlaubt mir, die wahre Natur dieser Welt zu begreifen und letzten Endes zu erkennen, dass alles wirklich nur ein Traum ist, ein Traum, den wir träumen.

Liebe Grüße

jeff unterschrift