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Unsere Quelle

Als Kinder haben wir ein Ego entwickelt, um mit der Welt fertig zu werden, unsere Kindheit zu überleben und unser Leben aufzubauen. Damit sind wir im Wesentlichen einem Pfad der Trennung gefolgt. Auch es wenn die meisten von uns überlebt haben, tragen wir sicherlich alle die Wunden unserer Kindheit in uns. Unser Ego sorgt dafür, dass wir uns von unseren Gefühlen dissoziieren, unabhängig werden und unfähig sind, sinnvolle und intime Beziehungen zu führen. Wir verlieren unser Herz und damit auch unsere Richtung. Wir fühlen uns isoliert, einsam und deprimiert, als wenn wir in ein tiefes schwarzes Loch gefallen wären … und dann sterben wir.

Es ist schon erstaunlich, wie sehr wir für unsere Unabhängigkeit kämpfen und diesen Pfad des Ego verteidigen. Auch wenn wir ihn im Sonntagsstaat präsentieren, verbirgt er dennoch nur etwas, was sich wirklich nicht richtig anfühlt. Unsere Berge von Besitztümern und adrenalingeladenen Erfahrungen können diesen Verlust des Selbst nicht verstecken und das Unvermeidliche nur hinauszögern.

Es kommt der Zeitpunkt, an dem wir bewusst oder unbewusst eine neue Entscheidung treffen: uns selbst und unsere Essenz zu finden und uns wieder mit unserer Quelle zu verbinden. Wir haben uns nicht selbst erschaffen. Wir sind von einem Ort hierher gekommen und wir werden dorthin zurückkehren. Der Sinn der Zeit besteht darin, diese Rundreise zu vervollständigen. Es ist so, als ob wir den Mikrokosmos des Makrokosmos vom Urknall ausleben. Wir haben als Eins begonnen und uns dann abgesondert. Wir kehren jedoch zum Einssein zurück – jedenfalls mit Sicherheit zur Erkenntnis davon.

Sobald wir diese Wahl getroffen haben, uns selbst wiederzufinden, machen wir uns zu einem Abenteuer auf, bei dem wir aus diesem dunklen Loch heraus klettern. Wir beginnen, an uns zu arbeiten. Wir akzeptieren, dass wir praktisch mit allem falsch liegen, von dem wir glauben, im Recht zu sein, und insbesondere bei den Dingen, bei denen wir uns so im Recht fühlen, dass es uns wichtiger ist als unsere Familie. Die Reise zurück zur Quelle ist eine spirituelle Reise zurück zu dem, was wahren Sinn hat und zu dem Gefühl der Zugehörigkeit. Wir beginnen, unsere Stärke und unsere Kraft zurückzugewinnen und zentrierter zu werden, und fangen an, das Gefühl von Selbst zu spüren, das sich wie Heimkehren anfühlt.

Alle von uns müssen sich Herausforderungen im Leben stellen. Wir erleben Verluste, wir erleben Stürme vieler Art und wir werden sicherlich häufig auf die Probe gestellt. Wenn du jedoch eine starke Verbindung zur Quelle hast, wirst du dich wie ein Baum im Wirbelsturm biegen, aber nicht umstürzen. Anschließend bist du weiser und stärker. Vielleicht wurdest du zu Boden geworfen, aber du stehst schon bald wieder auf. Du sammelst diese innere Stärke für dich und für alle Menschen um dich herum, um zu einem Licht der Hoffnung für andere zu werden. Du wirst nie mehr sagen, dass es nichts gibt, was du tun kannst, dass dir Richtung oder Bestimmung fehlen, denn deine Quelle ruft nach dir und ruft nach deinem Herzen.

Heute ist Wintersonnenwende, der dunkelste Tag des Jahres. Und dann kommt Weihnachten, eine Zeit, um uns mit unserem besten Selbst zu verbinden und diese Mitte zu bewahren, ganz gleich, wie es unserer Familie und unseren Freunden geht. Für uns fasst dieses schöne Gedicht zusammen, was zu dieser Zeit geschieht.

 

Mitten im kalten Winter, bei klirrend kaltem Wind,

die Erde hart wie Eisen, das Wasser wie ein Stein,

Schnee war gefallen, Schnee auf Schnee,

mitten im kalten Winter, vor langer Zeit.

 

Engel und Erzengel mögen sich dort versammelt haben,

Cherubine und Seraphine die Luft erfüllen.

Aber nur seine Mutter, in ihrem jungfräulichen Glück,

huldigte dem Angebeteten mit einem Kuss.

 

Was kann ich Ihm geben, arm wie ich bin?

Wäre ich ein Schäfer, brächte ich Ihm ein Lamm.

Wäre ich ein Weiser, trüge ich das Meinige dazu bei,

doch was ich Ihm geben kann: ich gebe mein Herz.    

(Christina Rossetti)

 

Alles Liebe,