Steps to Leadership – 9. Februar – Oktober 2019
Oktober 30, 2018
Opening to the Unknown
Oktober 30, 2018
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Sich dem Unbekannten öffnen

Die meisten Menschen haben Angst vor dem Unbekannten. Wir verbringen einen großen Teil unseres Lebens damit, es zu vermeiden, projizieren alle möglichen negativen Aspekte darauf und verwenden viel Zeit darauf, dass wir uns wohl fühlen. Wir lernen fleißig und viel in dem Glauben, dass uns das Sicherheit geben wird. Letztendlich machen wir nur noch das, von dem wir glauben es gut zu können. Während wir diese Richtung weiter verfolgen, wird uns langweilig und wir werden nur noch durch unsere eigenen Illusionen herausgefordert. Wir verlieren den Weg und landen im Gefühl der Sinnlosigkeit. Schließlich möchten wir nur noch sterben.

Nach meiner Erfahrung bringt uns das Leben an Wegkreuzungen. Häufig wählen wir den Weg, von dem wir glauben, dass wir ihn bewältigen können.  Aber er führt nur zu der gleichen Wegkreuzung zurück. Wir müssen die Bewusstheit und den Mut entwickeln, den anderen Weg zu wählen, denjenigen, vor dem wir Angst haben. Wenn wir das tun, entdecken wir uns selbst und werden beeindruckt sein.

Die meisten von uns definieren uns über das, was wir wissen. Wir arbeiten hart für einen hohen Bildungsgrad und schätzen das, was wir wissen. Wenn du jedes Buch in der Landesbibliothek läsest, würdest du erkennen, wie wenig du eigentlich weißt. Wenn du dich viel mehr definierst über das, was du nicht weißt, erweitert sich deine Welt. Damit hast du das Potenzial zu unendlicher Ausdehnung.

Wir leben in einer Welt unendlicher Möglichkeiten, und das Einzige, was uns zurückhält, ist unsere Angst. Wenn wir uns unserer Angst bewusst sind, tun wir alles, was wir können, um uns von der vermeintlichen Quelle unserer Angst zu entfernen, in der Hoffnung uns weniger ängstlich zu fühlen. Aber das klappt nicht. Je weiter wir uns entfernen, desto größer wird unsere Angst. Unsere Angst entsteht durch unsere Distanz. Daher müssen wir lernen, auf unsere Angst zuzugehen und sie anzunehmen. Wenn wir das tun, überwinden wir die Distanz und die Angst verschwindet.

Ebenfalls reden wir uns ein, dass wir das Unbekannte niemals überleben würden. Deshalb ist es am besten, wenn wir uns nicht dorthin begeben, und in gewisser Weise stimmt das. In den Tiefen unseres Bewusstseins befindet sich eine unglaubliche Macht. Wenn wir damit uns selbst überlassen bleiben, ist es nur eine Frage der Zeit, bevor wir einen Fehltritt begehen. Deshalb müssen wir Beziehungen und Verbundenheit erlernen. Alleine können wir es nicht schaffen. Wir müssen lernen, uns mit dem Schöpfer zu verbinden, damit wir angeleitet werden. Wir müssen eine sinnvolle und augenblickliche Beziehung mit unserem Höheren Selbst entwickeln. Dadurch entsteht Sicherheit.

Es gibt typischerweise drei Haupt-Archetypen, die wir anstreben. Sie stammen aus uralten Kulturen, sind heute aber immer noch aktuell. Diese Archetypen sind der Anführer, der Heiler (Medizinmann/-frau) und der Krieger. In der chinesischen Kultur gibt es außerdem noch den Liebhaber. Viele Menschen streben heute die ersten beiden Archetypen an, vergessen jedoch den Krieger. Vielleicht hat der Krieger in dieser Zeit der Liebenden einen schlechten Ruf bekommen. Aber sogar als Liebende, als Geschäftsleute, Sozialarbeiter oder Eltern dürfen wir nicht vergessen, das Herz eines Kriegers zu entwickeln. Nur so können wir uns täglich von Neuem ganz einsetzen und nichts zurückhalten. Damit wir als ein hell strahlendes Licht in die Welt gehen, uns an unserem Leben erfreuen und nicht ängstlich sind oder uns beklagen.

Das was jenseits des Bekannten liegt, ist uns in Wahrheit nicht unbekannt. Es sind wir, wenn wir unser bestes Selbst sind, unser Licht hell leuchtet und wir unser wahres Potenzial ausschöpfen.

Wir haben es das „Unbekannte“ getauft, weil wir uns vor uns selbst fürchten.

Praktische Tipps:

Beginne Schritt für Schritt, jeden Tag etwas Neues zu tun. Sprich mit Menschen, die du gemieden hast, liebe deinen Partner auf eine neue Weise, höre anderen zu, deren Meinung du abgetan hast und so weiter. In unserem Bestreben in sicherem Gelände zu bleiben, sterben wir innerlich ab. Es gibt in dieser Welt keine Sicherheit. Alles Vorstellbare könnte auch passieren. Die Frage ist: Willst du darüber hinauswachsen und fliegen oder wirst du dich zurückziehen?

Versuche angesichts einer Herausforderung nicht, die Welt zu kontrollieren, sondern frage dich stattdessen: „Wie muss ich mich ändern, damit ich damit oder mit irgendeinem anderen Problem umgehen kann, das sich mir in den Weg stellt?“ Dein Rückzug macht dich nicht sicher. Deine Bewusstheit, dein Mut und deine Bereitschaft zu lernen und zu wachsen, während sich neue Schritte präsentieren, bringen Sicherheit.

Nimm dir in deinem Leben Zeit für Meditation, fürs Zuhören und Entscheidungen. Das ist unerlässlich, wenn du eine lebendige Beziehung zu deinem strahlenden Selbst aufbauen willst. Werde zum stillen Beobachter des Lebens, und es wird sich vor dir entfalten.

With love,