The Heart of Value
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Echter Selbstwert

Wir haben in den letzten Wochen mit dem Thema „Wertgefühl“ gerungen. Sobald du es dir genauer anschaust und dich wirklich dort hinein begibst, ist es ein Riesenthema. Wir mögen die wichtigen Lektionen von Wertschätzung und Anerkennung gelernt haben. Vielleicht begreifen wir auch rasch, welche großartige Wirkung es hat, wenn wir uns auf die besten Seiten der Menschen um uns herum konzentrieren und die ganze Macht unseres Bewusstseins in sie und ihren Erfolg und ihr Glücklichsein investieren. Mit ein wenig Übung kann dies praktisch zur Gewohnheit oder zu einer Grundeinstellung werden. Wie steht es jedoch damit, den Wert eines anderen Menschen so umfassend anzuerkennen, dass es bei ihm ankommt, dass der Empfänger unserer Wertschätzung in seinem tiefsten Innern ein Gefühl von unbegrenztem Wert spürt? Das scheint dann doch etwas schwieriger zu sein.

Ich erinnere mich an eine Lektion aus Ein Kurs in Wundern, die im Wesentlichen besagt, dass du deine Aufmerksamkeit auf dich selbst richten musst, wenn du versucht hast, einem anderen Menschen zu helfen und trotz aller Anstrengungen damit keinen Erfolg hattest. Du musst versuchen, den Ort in dir zu finden, an dem du glaubst, keine Hilfe zu verdienen. Tief in dir nährst du eine dunkle Geschichte, für die du keine Erlösung verdienst, und die dir weismacht, dass dir nicht zu helfen ist. Ich habe das Gefühl, dass die Probleme, die mit unserem Mangel an Selbstwertgefühl zusammenhängen, eine ähnliche Dynamik zeigen.

Mir scheint, dass unser Mangel an Selbstwert sehr früh entstanden ist, weil wir das Gefühl hatten, dass es nichts gab, was wir tun könnten, um eine positive Veränderung in unserer Welt oder in unserer Familie herbeizuführen. Schon als kleine Kinder haben wir uns gewünscht, dass die Menschen um uns herum glücklich sind. Leider haben wir begonnen, in dem Ausmaß an unseren Mangel an Wert zu glauben, in dem wir das Gefühl hatten, dass wir unfähig waren, dies zu erreichen. Wir haben nicht nur ein Gefühl der Wertlosigkeit entwickelt, sondern uns auch schuldig gefühlt. Damit entstand die perfekte Falle mit Schuldgefühlen auf der einen Seite, die uns dazu gebracht haben, uns als Versager zu fühlen, und mit einem Mangel an Selbstwert auf der anderen Seite.

Unser Ego wird durch diese zwei Kräfte aufgebaut. Indem wir versuchen, diese Gefühle zu unterdrücken, begeben wir uns in eine Welt des Tuns, des Anhäufens von materiellen Dingen, Machtpositionen und Bedeutung. Wir haben versucht, diese Orte zu verbergen, an denen wir uns wertlos gefühlt haben, indem wir an all den falschen Orten nach Macht gesucht haben. Wir verlangen Respekt und Anerkennung, und wenn wir sie nicht bekommen, können wir extrem überreagieren. Wir alle haben schon Szenen im Hotel oder beim Check-In am Flughafen erlebt, wenn jemand aus der Rolle fällt: das laute Brüllen „Wissen Sie denn nicht, wer ich bin?!“ oder die Menschen in unserem Umfeld, die ein ungeheures Anspruchsdenken demonstrieren. Der Schmerz, der sich dann zeigt, ist ein Maß für das zugrunde liegende Gefühl der Wertlosigkeit.

Eine der Lektionen aus dem Tod meines Vaters war, dass ich Zeuge davon wurde, wie die Wellen der Wertlosigkeit, die er so tief begraben hatte, an die Oberfläche kamen, als sein Körper schwächer wurde. Das geschah, obwohl er sein ganzes Leben lang hart gearbeitet hatte. Und es stimmt, dass du einfach nur sterben möchtest, wenn du dich so schlecht fühlst. Vielleicht ist es am besten, wenn ich mich um meinen Mangel an Selbstwert kümmere, bevor ich mich in der gleichen Situation befinde, oder durch zu viel Tun zur Zerstörung des Planeten beitrage.

Mir ist bewusst, dass ich jedes Mal, wenn ich auf diesen Mangel an Wert und/oder die Schuldgefühle stoße, meine Heilungsarbeit machen kann, und dass es dadurch Schritt für Schritt ein wenig besser wird. Ich glaube jedoch auch, dass es noch einen besseren Weg gibt, und dass er ungefähr so aussieht: Viele von uns haben ein Selbst und eine Welt erschaffen, die uns beschäftigt hält und sicherlich nützlich macht. Es ist jedoch unsere eigene Schöpfung von uns selbst, und darin liegt ihr grundlegender Fehler: Wir gelangen an einen Punkt, an dem wir glauben, uns selbst erschaffen zu haben, inklusive der Schuldgefühle und des Mangels an Selbstwert.

Vielleicht ist das einfach nicht wahr. Wir haben uns nicht selbst erschaffen, sondern wurden von etwas erschaffen, das viel größer ist als wir selbst und das wir den Schöpfer nennen. Wenn wir in jeder Zelle unseres Körpers fühlen, dass dies wahr ist, dann fallen die Schuldgefühle und der Mangel an Selbstwert von uns ab, denn sie sind ein Produkt des Glaubens, dass wir uns selbst erschaffen haben.

Wenn wir erkennen, dass der Schöpfer uns erschaffen hat, und begreifen, dass der Wert des Schöpfers auch der Wert des Erschaffenen sein muss, dann bewegen wir uns in die richtige Richtung. Und wir machen so weiter, bis wir einsehen, dass der Segen „Ruhe in Frieden“ für die Lebenden bestimmt ist. Ich begebe mich auf diese Reise, meinen Wert zu finden, und ich weiß, dass ich in der Lage sein werde, meinen Wert mit anderen zu teilen, wenn ich ihn gefunden habe. Ich freue mich darauf!

Liebe Grüße von